Die Freimaurerei – Und was wir darunter verstehen

Als Leitsatz könnte für Freimaurer der Spruch vom antiken Orakel von Delphi stehen: „Erkenne dich selbst!“ als ein lebenslanger Prozess der Selbsterkenntnis, des geistigen Wachsens und der Reflexion.

In diesem Sinne bearbeiten die Freimaurer in symbolischer Anlehnung an Steinmetz- und Maurerbruderschaften im Mittelalter den eigenen rauen Stein übertragenen Sinne: Das eigene Ich ist der Rohstoff, der im Prozess der Selbsterkenntnis bearbeitet wird.

Die Grundlage dieser lebenslangen Aufgabe sind vor allem ethisch-soziale Werte: Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Humanität, Toleranz, Menschenliebe und Mitgefühl. In der Gemeinschaft der Brüder wird versucht, modellhaft eine Gesellschaft zu verwirklichen, die auf diese Werte gründet, also im weitesten Sinne eine christliche Ethik vertritt. Jeder Bruder strebt an, die von ihm selbst als gut und richtig erkannten Werte über die Loge hinaus in die Gesellschaft zu tragen.

Die wöchentlichen Treffen in der Loge bilden den Kern der Gemeinsamkeit der Brüder. Dabei tragen althergebrachte und bewehrte Rituale dazu bei, alle Mitglieder aus ihrem Alltag zu lösen und einen geistigen Raum für die Gemeinschaft zu schaffen – so kann sich jeder dem Prozess der Reflexion öffnen. Kontemplation, innere Einkehr, Vorträge der Mitglieder zu verschiedensten Themen und auch Musik schaffen die Atmosphäre für die Arbeit an sich selbst.

Freimaurer-Logen sind überall in der freiheitlich demokratisch verfassten Welt zu finden. Ein Freimaurer wird bei einem Besuch einer in- oder ausländischen Loge immer mit offenen Armen von den dortigen Brüdern empfangen. Die „Alma an der Ostsee“ hat enge Verbindungen zu Logen in England, Dänemark, Schweden und Norwegen, welche sich regelmäßig gegenseitig besuchen.